Anticuchos

Insgesamt haben wir in La Paz noch nicht viel leckeres (bolivanisches) Essen gefunden, aber Anticuchos sind eine Ausnahme. Es sind gegrillte Scheiben vom Rinderherz, scharf gewürtzt. Eine Straßenecke weiter gibt es wirklich gute, in der Regel warten viele Leute auf ihre Portion, die gesamte Straße ist ein Drive-In. Das erste Mal haben wir sie Dank Alejandro in Arequipa probiert. Hier ist die Zubereitung auf der Straße um einiges spektakulärer; ständig wird Öl ins Feuer gegossen. 

La Paz

Wir sind in La Paz angekommen. Seit zwei Wochen sind wir jetzt hier. Wir haben uns umgeschaut, gearbeitet, für ein Viertel entschieden – Sopocachi –  und dort eine Wohnung für die kommenden Wochen gefunden.  

La Paz liegt in einem Tal, in dem jede freie Stelle mit Häusern bebaut ist. Je weiter südlich und je tiefer, desto wohlhabender. Ganz oben, jenseits der Kante zum Übergang zur Hochebene, des Altiplanos, liegt El Alto: die größere und ärmere Zwillingsstadt von La Paz. Unser Stadtteil Sopocachi ist geprägt von Hochhäusern zwischen fünfzehn und zwanzig Stockwerken mit alten Villen in denen Botschaften sitzen dazwischen. Es gibt Bars und Restaurants für die gehobene Mittelklasse, in die wir uns hier einfügen. Viele der neuen Gebäude sind mit modernen Interpretationen von Skulpturen der präkolumbianischen Zeit verziert. Es gibt mehr Streetart als in Peru und jedes öffentliche Bauprojekt (z.B. die neuen Seilbahnen) ist mit Postern von Evo Morales dekoriert.

Wiebke pendelt mit der Seilbahn, der Teleférico, täglich zur Arbeit nach Obrajes, ein gediegeneres Viertel mit noch mehr Botschaften weiter im Süden. Timur bleibt daheim und arbeitet aus unserem Apartment im zwölften Stock für Berlin.

Auf dem folgenden Bild hat man eine gute Übersicht über La Paz, es ist aus dem Süden aufgenommen. Ganz vorn im Süden liegt die Zona Sur, mit mehr kleinen als großen Häusern. Relativ in der Mitte liegt eine große Straße die leicht diagonal nach links geht: die Avenida Hernando Siles in Obrajes, dort liegt die Friedrich-Ebert-Stiftung, bei der Wiebke arbeitet. Oben links davon sind zwei Ansammlungen von Hochhäusern. Rechts Miraflores und links Sopocachi, wo wir wohnen. Das rote Meer dahinter sind unverputzte Backsteinhäuser und an der Kante links geht La Paz über in El Alto.

Selva I

Nachdem die Wettervorhersage in Huaraz weiteres Wandern wenig attraktiv erscheinen lässt, entschließen wir uns, Weihnachten im Selva (Regenwald) zu verbringen. Dafür wollen wir in den MANU Nationalpark, welcher östlich von Cusco liegt und zu den größten und diversesten Nationalparks im gesamten Amazonasgebiet gehört. 

Dafür geht es auf dem Landweg von Huaraz nach Cusco, mit kurzem Zwischenstop (11 Stunden) in Lima. Nach zwei Nächten im Bus sind wir froh, als wir endlich am frühen Nachmittag in Cusco ankommen und in einem kleinen Hotel einchecken. Am nächsten Morgen treffen wir uns dort mit Darwin, der uns die nächsten Tage begleiten wird. 

An dieser Stelle muss man einige Worte zu Darwin verlieren, denn er ist wirklich ein Original. Seine Vorfahren sind aus Frankreich und Italien während des Kautschuk-Booms nach Peru gekommen. Zusammen mit seinen 5 Brüdern und seinem Vater ist er auf einer kleinen Farm mitten im Regenwald aufgewachsen, einige Jahre davon hat er in einer Missionsschule in einem Dorf der Harambut verbracht und seinen Vater nur selten gesehen. Er ist studierter Biologe und lebt mit seiner Familie teils im Selva, teils in Cusco. Mit Exkursionen für Journalisten und TV-Teams (BBC, National Geographic aber auch Shows ähnlich dem Dschungel Camp) sowie Touristen verdient er sein Geld; wenn seine Pläne aufgehen, wird er in den nächsten Jahren eine größere Unterkunft im Selva errichten (er hat schon das Grundstück) oder Bürgermeister von Salvación sein. Oder aber eine weitere verloren geglaubte Stadt im Dschungel gefunden haben. Hobbyarchäologe ist er nämlich auch: regelmäßig lässt er sich mit gutbetuchten Chilenen mit einem Hubschrauber im Dschungel absetzen, um sie zu finden. Das eine oder andere Artefakt vorheriger Exkursionen konnte er auch präsentieren.

Mit seiner tief ins Gesicht gezogenen Käppi, seiner Sonnenbrille und seinem oft etwas rauem Ton wird er uns in den nächsten Tagen in die großen und kleinen Geheimnisse des Regenwalds einführen, viel über Pflanzen- und Tierwelt erklären und stets mit sehr gutem Essen versorgen. 

Erst einmal müssen wir aber von Cusco in diesen sagenumwobenen Selva kommen. Früh morgens holt uns Darwin mit seinem Fahrer Jimmy ab, wir sammeln noch Omar ein, der auch in Salvación wohnt und gerade von der Uni kommt und fahren los. 

Nach ein paar Stunden stoppen wir in Ninamarca, eine archäologische Stätte mit per-Inka-Gräbern. Es ist nicht ganz klar, zu welcher Kultur sie gehören, aber sie waren wohl nomadisch – es gibt keine Stadt oder Zeichen von Landwirtschaft drumrum.

Weiter geht es durch die Berge, in dem Dorf Paucartambo gibt es einen Zwischenstopp für ein zweites Frühstück. Wir besuchen ein kleines ethnografisches Museum, in dem uns Darwin schon mal einiges erklärt. Einerseits über die Indigenen der Region, andererseits über ein jährlich stattfindendes Festival für Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel: dazu gibt es bunte Masken von allen möglichen Stereotypen von Berufsständen oder auch Sklaven (die weinen immer…).

Nach Paucartambo werden die Straßen schlechter und wir fahren bergauf durch die Wolken. Auf dem Bergpass kündigt ein großes Schild den Beginn des Nationalparks an, jetzt sind wir also Nebelwald, der seinem Namen alle Ehre macht. Wir bekommen erste Kostproben von Darwins Führertalent – er entdeckt Pumascheiße.

Die Straße ist unbefestigt und größtenteils einspurig, es ist die einzige Straße, die in den Nationalpark führt. Es geht entlang an steilen Berghängen, die mit dichter Vegetation überwuchert sind. Ab und an muss ein Fluss durchquert werden, nicht selten erspäht Jimmy einen Vogel oder Affen und wir machen einen kurzen Stopp, um uns diese etwas besser anzusehen. Ohne Fernglas wären wir hier jedoch verloren, denn meist spielt sich das Geschehen in hohen Baumgipfeln ab. Wir sehen unter anderem einen Black Solitary Eagle, einen Golden-Headed Quetzal, Tayras (sehen erstmal aus wie Affen, sind aber Marder), Wollaffen, die ersten riesigen Farne. Wir halten auch an einem speziellen Ausguck, wo man den Nationalvogel Perus bei der Balz beobachten kann: den Andenfelsenhahn (Cock of the Rock). Die Kamera hat leider nicht genug Tele, um die fernen Tiere gut einzufangen.

Nach und nach werden die Berge flacher und wir fahren häufiger durch kleine Dörfer. Mittlerweile sind wir über 11 Stunden unterwegs und die Dunkelheit bricht sehr schnell herein. Kurz bevor wir in Salvación ankommen, muss noch ein größerer Fluss durchquert werden, nach dem Regen der letzten Tage und bei der Dunkelheit keine leichte Aufgabe für Jimmy. Hinter uns wartet ein Colektivo (Sammeltaxi bzw. Bus) und es wird eine kurze Brücke aus herumliegenden Holz gebastelt, die zusammenbricht, während wir sie passieren, aber es klappt trotzdem.

Wir lernen lernen Darwins Frau Melba kennen und werden gut bekocht. Bei Gewittergrollen schlafen wir kurz darauf unter unserem Moskitonetz ein.  

Feliz Navidad

Natürlich macht Weihnachten auch vor Peru nicht halt. Wie sollte es auch, dass Land ist schließlich überwiegend katholisch. Wer nicht katholisch ist, ist vermutlich evangelisch oder Zeuge Jehovas. Alle anderen Gruppen sind vernachlässigbar klein.

Auch wenn das gute Wetter (Ende November waren wir noch in Arequipa) bei uns gar keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen lassen möchte, bemerken wir doch die Veränderung in der Stadt. Überall, d.h. in jedem Laden, vor jeder Kirche, auf jedem größeren Platz, werden Nacimientos (Krippenspiele) aufgebaut, einige sogar mit Lamas und Maria und Josef in traditioneller peruanischer Kleidung der jeweiligen Region. Babyjesus fehlt meist, und wir warten noch ab, ob er dann nach dem 24. vermehrt auftaucht.

Darüber hinaus sind blinkender Lichterschmuck und Nachahmungen von Tannenbäumen groß im Trend. Besonders schön: die Lichterketten blinken nicht nur, nein sie ändern auch die Farbe und dudeln leise die bekanntesten Weihnachtsmelodien vor sich hin. Gerne auch mal im Chor und asynchron.

Der größte und meistblinkentste Baum steht auf dem Plaza de Armas in Arequipa, dessen Eröffnung wir zufällig beiwohnten.

Aktuell sind wir nicht mehr in Huaraz, sondern in Cusco. Wandern in Huaraz war sehr schön, Bilder folgen später. Wir werden Weihnachten im Regenwald verbringen, Vögel beobachten und Boot fahren. Vermutlich ohne Handy- und Internetempfang – entschuldigt also bitte verspätete Weihnachtsgrüße und -antworten.  

Tschüss, Arequipa

Arequipa war der bislang längste Halt unserer Reise. Fünf Wochen verweilten wir hier. Zwei Wochen als Gäste von Berenice und drei Wochen in unserem eigenen, riesigen Apartment mit Misti-Blick, drei Badezimmern plus Gästeklo, Nachtwächter und sogar anständigen Soundanlagen und Fernsehern.

Regelmäßig trafen wir uns mit Alejandro, gingen feiern, essen oder ließen uns von seiner Mutter mit heißer Schokolade versorgen – frisch aus Cusco importiert und aufwendig zubereitet. Zum Abschied haben wir sogar noch Kaffee und Schokolade zum Mitnehmen bekommen.

Der Unterricht war intensiv und hat uns sehr weit gebracht, lieben Dank an Viki, Rosa und Lula!

Nun haben wir unsere erste große Busreise hinter uns, 24 Stunden, es war überraschend entspannt. Der Übernachtbus von Arequipa nach Lima hatte riesige, breite Ledersitze, die man komplett flach zu einem Bett umklappen konnte. Mit einem spektakulär schnellen Umstieg in Lima (13 Minuten für den Umstieg inklusive Ticketkauf), ging es am Morgen mit dem nächsten Bus weiter nach Huaraz. Bei dem Weg hinaus und hinein aus Lima sahen wir Perspektiven auf die Stadt und ihr Umland, die wir auf der Hinreise mit dem Flugzeug nicht wahrgenommen hatten. Später dann schöne Bergansichten.

Nun sind wir also seit vier Tagen weiter im Norden, in Huaraz, um hier eine große Wanderung zu machen. Leider ist nicht die richtige Saison, denn Sommer ist hier Regenzeit. Wir checken täglich den Wetterbericht und hoffen, dass wir ein paar trockenere Tage erwischen, um die Cordillera Huayhuash zu umrunden.

Laguna de Salinas

Die Laguna de Salinas ist See auf 4300 Metern Höhe, der jedes Jahr austrocknet und eine große Salzfläche hinterlässt. Es soll dort Alpakas, Vikunjas und Flamingos geben.

Wir schauen nach organisierten Touren, doch die sind uns zu teuer. Der öffentliche Bus fährt sehr selten und unvorhersehbar, und so mieten wir uns stattdessen ein Auto. Die Straße ist wie gemacht für unseren kleinen SUV, und die karge Landschaft zwischen Arequipa und der Lagune würde sich gut in einer Autowerbung machen. Zwischen dem Vulkan Misti und der benachbarten Bergkette geht es in zweieinhalb Stunden auf unbefestigter, kurviger und staubiger Straße 2000 Meter hinauf.

Bei der Lagune angekommen begegnet uns gleich die erste Herde Alpakas (oder Llamas, so sicher sind wir uns da nie), die um einen verlassenen Bagger am Ufer grasen. Sie nehmen von uns Notiz, stören sich aber nicht an unserer Gegenwart. Sie hören einfach nicht auf, lustig auszusehen.

Wir fahren weiter, vorbei an einem abgesperrten Gebiet zum Salzabbau durch ein kleines Dorf. Wir wenden, parken das Auto und machen eine kleine Wanderung über den ausgetrockneten See. Wir begegnen noch mehr Llamas (oder Alpakas). In der Ferne sehen wir auch Vikunjas, doch die sind recht scheu. Für die Flamingos ist leider die falsche Saison – die benötigen Wasser zum Rumstacksen.

Den Bildern der Agenturen in der Fußgängerzone Arequipas ist zu entnehmen, dass man vor oder auf den großen Attraktionen in die Luft springen und sich dabei Fotografieren lassen sollte, also probieren wir das auch.

Es gibt allgemein wenige Menschen, und die, die es gibt, fahren auf alten Mopeds und sind sehr gut eingepackt. Es ist sehr still, bis auf den Wind und das Knistern des Salzes unter den Schuhen und ab und zu einem Moped.

Auf dem Rückweg auf halber Strecke halten wir in einem weiteren Dorf und kehren ein. Im Restaurant wirbt ein Plakat für einen bereits vergangenen Stierkampf.  

Angekommen in Arequipa ist das Büro unseres Autovermieters geschlossen. Es gab ein Missverständnis – sie kommen nur zur vereinbarten Zeit, davor ist niemand da. Wir parken in der Nähe und warten zwei Stunden auf die Mitarbeiter des Verleihers auf dem Plaza del Armas, wo wir aus Versehen einer weiteren Prozession einer anderen Maria beiwohnen.

Entgegen unserer Befürchtung ist der Dreck am Auto kein Problem, sondern sorgt nur für Belustigung.

Cañón del Colca

Audio: Terrapuerto in Arequipa. #LimaLima #SalteñaEmpenada #Panflöten

Seit wir in Arequipa sind, hören wir von Freunden, Verwandten, Kollegen und Ortsansässigen: Ihr müsst ins Colca-Tal! Also haben wir uns ein Dreitageswochenende dafür freigehalten.

Für die Reise gibt es zwei Optionen: Tour oder selbst organisieren. Unsere Lehrer raten zur Tour, und unser Freund von hier, Alejandro, zum selber machen; und natürlich machen wir es selbst.

Es geht holprig los: da man im Internet nicht nachschauen kann, wann die Busse der verschiedenen Unternehmen fahren, und überhaupt unklar ist, welche Unternehmen fahren, geht Wiebke einen Tag zuvor beim Terrapuerto vorbei, um das in Erfahrung zu bringen: 9.30 von Andalusia fährt ein Bus, den wir nehmen können. Wir machen uns also früh auf, um diesen zu erwischen, um dann festzustellen: der Bus hatte leider eine Panne und fährt nicht. Der nächste Bus von Reyna (Königin) fährt um elf. Wir kaufen eine Ausgabe Condorito und vertreiben uns so die Zeit.

Der Bus der Königin hat bequeme Sitze und ein ähnliches Verhältnis von Motorleistung zu Gewicht wie die Silbermöwe: er schnauft sehr gemächlich im ersten und zweiten Gang von 2300m in Arequipa hinauf auf 4700m auf ein Plateau, bevor wir wieder hinabrollen ins Colca-Tal auf 3600m.

Eigentlich wollten wir diesen ersten Tag schon wandern, aber es ist schon fast dunkel, also bleibt es ein kleiner Spaziergang. Der Betreiber des Gasthauses Bella Flor im Dorf Yanque ist sehr herzlich und serviert uns das leckerste Essen, welches wir bisher in Peru hatten: Quinoasuppe mit Käse, danach Alpaka in Rotweinsoße mit Kartoffelstampf und Möhrchen. Er klärt uns dann auch auf, wie man mit dem Bus von Milagros (Wunder) zum Cruz del Condor fährt, bzw am besten vorher aussteigt, um dem Touristentrubel aus dem Weg zu gehen. Es klappt: wir sehen unseren ersten Kolibri, bevor dann die Kondore auftauchen.


Wir nehmen abermals den Wunderbus ins Dorf Maca, von wo wir fünf Stunden nach Haus wandern. Die meiste Zeit entlang der Hauptstraße. Es kommt nur alle 15 Minuten ein Auto vorbei, und die Straße ist hervorragend ausgebaut und kurvig in schönster Landschaft. Trotzdem wurde sie bislang weder von Rennrad– noch von Motorradfahrern entdeckt. Neben der Straße ist auch das Mobilfunknetz sehr gut ausgebaut, Videotelefonie klappt gut. 

Wir treffen viele Feldarbeiter in traditionellen Gewändern (Frauen Bunt, Männer mit Hut) und keine Touristen. Immer wird schön gegrüßt und gewunken. Die Arbeit ist hart: Steine vom Feld räumen, Ernten, Umgraben: Alles Handarbeit. Manchmal hilft eine Kuh, selten ein Traktor. 

Am Ende der Tour sehen wir am Horizont eine seltsame Wolke, die sich am Nächsten Tag als Vulkanausstoß herausstellt.

Am letzten Tag baden wir in heißen Thermalquellen – nach Anleitung unseres Gastgebers antizyklisch zum Rest der Touristen. Ein wenig Wandern und es geht zurück nach Haus. Dieses Mal (wieder auf Empfehlung des Gastgebers) mit einem Bus von Estrellas (Sterne). Der Sternenbus hat die Größe der Silbermöwe aber zehnmal so viel Motorleistung. Der Fahrer ist ein Freund der Ideallinie. An einigen Serpentinen sieht man Kreuze stehen. Jeder zweite Fahrgast hört seine Musik am liebsten laut aus dem Handy, um der Musik aus dem Autoradio noch was hinzuzufügen. Wir wollen uns nicht beschweren – die Rückreise dauert halb so lang wie die Hinreise.

Die Landschaft ist karg, außer Alpakas und einer Eisenbahn gibt es nicht viel.


Angekommen in Arequipa

Das Schreiben von Artikeln und Aufbereiten von Fotos ist in letzter Zeit ein wenig kurz gekommen, nun aber endlich ein Lebenszeichen aus Arequipa.

Die ersten zwei Wochen hier haben wir mit einem intensiven Sprachkurs verbracht. Sechs Stunden pro Tag, fünf Tage die Woche. Dazu holten wir ein paar Kränklichkeiten nach, die wir in Lima erstmal ausgelassen hatten. Gewohnt haben wir in einer Gastfamilie. Die Hausherrin, Berenice, hat uns sehr nett willkommen geheißen. Ihre Kinder sind Anwalt, Ärztin und werdender Ingenieur – eine Familie des Mittelstands, wie sie uns von der Sprachschule versprochen wurde. Wir wohnten auf dem Dach mit phantastischem Ausblick.

Außerdem kocht Berenice leidenschaftlich gerne, am Wochenende waren wir zum Familienessen eingeladen und bekamen selbst eine Kostprobe. 

Trotzdem war uns nach diesen zwei Wochen nach etwas mehr Bewegungsfreiheit und ich (Timur) benötige ein Büro für die Fernarbeit. Deswegen sind wir letzte Woche in ein eigenes Apartment gezogen. Riesengroß und ebenfalls mit tollem Ausblick. So gut, dass wir bei jedem der zahlreichen Miradores denken: “Schade, auch nicht besser als Zuhaus”. Nun haben wir weniger Unterricht, und uns bleiben hier noch ein paar Wochen.

Eines der ersten Dinge, die uns in Arequipa aufgefallen sind und die wir teilen möchten: die Arepuipeños lieben die Blasmusik. Fast täglich gibt es auf dem Plaza del Armas neben der Sprachschule Darbietungen und Wettbewerbe.

Artefakte

Bevor die Spanier kamen, war Peru von den Inka beherrscht. Diese wiederum hatten das Territorium erst kurz zuvor (200 Jahre) im Laufe der Zeit erobert. Davor gab es so viele verschiedene Kulturen, dass es wirklich sehr schwierig ist, den Überblick zu behalten. Artefakte dieser Kulturen kann man in Lima in verschiedenen Museen anschauen, und es wird immer wieder  versucht mit großen Tabellen deutlich zu machen, zu welcher Kultur aus welcher Region aus welcher Zeit die Dinge stammen — aber wir sind leider trotzdem nicht ganz mitgekommen. Wir haben uns das Museum Museo Nacional de Arqueología, Antropología e Historia del Perú ausgesucht.

Es gibt sehr hübsche historische Orte. Mitten in Lima steht beispielsweise eine große Pyramide, Huaca Huallamarca. Eine der vielen Kulturen hat ihre Toten in viele Säcke gehüllt und mit Masken verziert um sie dort so zu bestattet.