Es geht auf die Galapagosinseln. Stefan, mein bester Freund aus Schulzeiten heiratet dort und ich darf Trauzeugin sein. Nachdem ich festgestellt habe, dass die Anreise – obwohl ich mit Kolumbien ja quasi ums Eck bin – doch recht aufwändig wird, dehne ich den Aufenthalt dort etwas aus.
Der Hinweg dauert für mich – inklusive superkurzer Nacht in Bogota – ca. 20h, auf dem Rückweg bin ich minimal schneller. Dennoch, um zweimal Umsteigen pro Strecke komme ich nicht drum herum.
Ich bleibe zunächst einige Tage auf Santa Cruz, bevor es dann für die Hochzeit nach Isabella weitergeht. Um es kurz zu machen: Ja, die Galapagosinseln sind tatsächlich so großartig, wie alle immer sagen. Die Tier- und Pflanzenwelt ist großartig und da Schildkröten meine Lieblingstiere sind, bin ich hier ohnehin im Paradies.
Die kleineren Inseln kann man nur mit geführten Touren besuchen, weswegen ich mich an einigen Tagen solchen anschließe, um die nistenden Blaufußtöpel zu beobachten oder mit Schildkröten, Pinguinen und Haien schnorcheln zu gehen. Besonders faszinieren mich auch die Leguane – Wasser- sowie Landleguane – die wie kleine Dinosaurier wirken. Abends am Kai kann man dann junge Haie, Robben und Pelikane bei der Jagd auf Fischschwärme beobachten. Und einmal kommt sogar eine Meeresschildkröte vorbei, um gemütlich dort zu fressen.
Toll sind auch die Fregattvögel, bei denen das Männchen das Nest vorbereitet und sich dann mit dem dick aufgeblasenem roten Kehlbeutel in den Baum setzt, um die Weibchen zu beeindrucken, die sich das Männchen nach Größe und Farbe des Kehlsäckchens aussuchen.
Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs, also beschließe ich auf Isabella, mir das noch einmal genauer anzusehen und wandere zum Krater des Vulkan Sierra Negra, der vor nicht allzu langer Zeit (Juni 2018) das letzte Mal ausgebrochen ist. Die Caldera – also der Krater – ist mit 7*10,5 km Größe einer der größten weltweit und an dem Tag der Wanderung habe ich das große Glück, den Krater wolkenfrei bestaunen zu können.
Die Hochzeit von Stefan und Gabby war zu der ganzen Natur dann ein kleines Kontrastprogramm. Mein Kleid – alle Brautjungfern und ich als Bräutigamjungfer sollten nach Wunsch der Braut das gleiche Kleid tragen – musste noch einmal angepasst werden, weswegen ich den Vormittag des Hochzeitstages in dem kleinen Haus der einzigen Schneiderin der Ortes verbrachte, um das Kleid immer wieder an- und auszuziehen und den Nachmittag, sowie fast alle Frauen, in der Maske. Die Location hätte kaum schöner sein können, am Strand unter Palmen mit anschließender Fotosession im Abendlicht und Cocktails bis in die Nacht. Ein sehr besonderer Tag und ich bin sehr glücklich, dass ich dabei sein konnte.
Auch wenn eine Anreise aus Deutschland sicher nicht leichter wird, hoffe ich sehr, dass ich nicht das letzte Mal auf den Inseln war. Vielleicht irgendwann noch einmal, spätestens kurz vor oder nach der Rente, sowie ein Großteil der Besucher hier.































































































