Die Prozession

Zufällig haben wir dem Fest Señor de los Milagros beigewohnt – wir sahen auf einem Poster, dass die Prozession durch unsere Straße verläuft. Es wird ein Bildnis Jesu aus dem 17. Jahrhundert an mehreren Tagen auf verschiedenen Routen durch Lima getragen, die am 1. November ist die letzte von vielen. Wir hatten gesehen, dass es um acht los geht, und machten uns Sorgen, dass wir verpassen, wie sie bei uns vorbeikommen. Also waren wir um 8.30 da. Letztendlich war die Kolonne gegen 15 Uhr bei uns.

Die Sänfte ist zwei Tonnen schwer und das sah man den ca. 30 Trägern an. Oft wird angehalten, um ein hergereichtes Kind vor dem Bild zu schwenken, die Kerzen wieder anzuzünden oder neue Blumen anzustecken. Vornedran gehen singende Frauen mit Weihrauch und betende Trägertruppen. Hintendran spielt eine Kapelle Musik.

Die Anwohner bringen aufwändige Bilder aus bunter Erde und Blumen auf die Straße auf, die teilweise erst kurz vor der Ankunft fertig sind. Sie bleiben nur kurz heil, bis die Träger der Reliquie drüber laufen.

In unserer Straße gibt es eine Kirche, die wir bis dahin nicht bemerkt hatten. In ihr befindet sich eine weitere Reliquie – eine Maria – welche Jesus kurz grüßt und dann wieder in ihre Kirche verschwindet. Zwischendurch gibt’s viele Böller, Musik von der Bühne und Tänze.

Nach 12 Stunden war der Tross zurück beim Ausgangspunkt am Hauptplatz unseres Viertels (Barranco), wo mit großem, finalen Fest das Bild bis zum nächsten Jahr verstaut wird.

Kaffee

Beim touristischen Mäandern durch die Lima kommt gegen Nachmittag oft Lust auf Kaffee auf. Der Kaffee, welchen wir in Europa trinken, wird hier angebaut, getrunken wird er anders.

Cappuccino. Mit Sahne? Ja. Dicke, cremige Sahne.

Cafe con leche. Ein großer Pott heiße Milch mit ein wenig kaltem Espresso.

Abschied

Am Samstag unseres vorerst letzten Berlinwochenendes wird noch ein wenig gefeiert. Sonntag folgt dann ein gemeinsames Frühstück bei Karabach und ein Spaziergang über das Tempelhofer Feld. Sogar mit Besuch aus München und Hamburg. Ideal für einen ersten Test der Reisekamera.

Die restlichen viereinhalb Tage sind voller Reisevorbereitungen: Sachen packen, Wohnung für unseren Zwischenmieter klar machen, Kleinigkeiten besorgen, letzte gemeinsame Biere mit Freunden.