Uyuni

Bevor Timur zurück nach Deutschland fliegt, wollen wir noch eine Woche gemeinsam reisen. Wir ziehen also noch schnell mit allen Sachen aus der gemeinsamen Wohnung aus und einen Block und 5 Stockwerke höher in mein neues WG Zimmer ein. Dann werden die Rucksäcke schnell neu organisiert und es geht mit dem Nachtbus in 7,5h nach Uyuni. Dort angekommen werden wir am Bus eingesammelt und in ein Café gebracht, wo wir noch frühstücken, bevor wir auch schon – von wieder anderen Personen – zu einer Reiseagentur gebracht werden um die letzten Details der Reise zu klären. Aufgrund des „Wetterberichts“ starten wir die 3-Tages Tour nicht am Salzsee sondern fahren direkt in den Süden, in den Nationalpark. In dem Jeep, in den wir nun einsteigen, sitzt bereits ein Paar aus Chile und ein weiteres Paar – er Franzose, sie in Australien lebende Chinesin. Der Fahrer, Guide und Koch für die nächsten zwei Tage – Tito – ist Argentinier, lebt aber schon lange in Bolivien.

Am Anfang geht es noch über asphaltierte Straßen, bevor wir am Nachmittag dann nur noch querfeldein einigen anderen Radspuren folgen, um uns unseren Weg durch die karge Landschaft zu bahnen. Die Landschaft ist extrem schön und wir sehen Nandus – große Straußvögel – Lamas, Alpaccas und verschiedene Arten von Flamingos auf den Bergseen.  Am Abend halten wir dann in einer einfachen Unterkunft. Zum Glück gibt es aber so viele Decken, dass uns nachts trotz der fast Minusgrade draußen, nicht kalt wird.

Am nächsten Tag geht es sehr früh (Frühstück halb 5) weiter, um zu den Geysiren zu fahren. Dort angekommen, lugt gerade die Sonne über die Bergspitze und es sieht mit dem ganzen Geblubber und den Dämpfen einfach sehr beeindruckend aus. Die Geysire wandern über die Zeit übrigens immer ein bißchen, man muss also wissen, wo man sie finden kann. Dann geht es weiter in eine Landschaft, die an die Gemälde von Dali erinnert und zu heißen Quellen, wo man ein Bad nehmen kann. Wir entscheiden uns stattdessen jedoch dafür, ein wenig an dem See entlang zu laufen, heiße Quellen hatten wir in Peru ja schon ausreichend und da waren sie auch nicht halb so voll, wie hier, wo sich alle Gruppen treffen und zwischen 20-30 Jeeps herumstehen. Dann liegt erst einmal eine größere Strecke Fahrt vor uns, bevor wir gegen Mittag in einem grünen Tal halten und dort zwischen Lamas und Flüssen zu einem kleinen See spazieren. Dann geht es schon zurück nach Uyuni, auf dem Weg dorthin behebt unser Fahrer noch in Rekordzeit einen platten Reifen. 

In Uyuni angekommen, wird es leider etwas unschön. Die Agentur teilt uns mit, dass wir die Nacht in Uyuni verbringen sollen um erst am nächsten Tag zum Salzsee hinauszufahren. Normalerweise verbringt man dort aber auch eine Nacht und sieht vor allem den Sonnenuntergang. Wir beschweren uns und das so lange und vehement in unserem quasi fließendem Spanisch, dass sie umorganisieren. Wir fahren also noch schnell zum Friedhof der Züge und dann in einen kleinen Ort relativ dicht an den Salzsee, wo wir in einem Salzhotel übernachten. Für den Sonnenuntergang ist es natürlich zu spät. Minimal versöhnt sind wir trotzdem, denn immerhin geben sie sich Mühe, den Fehler wettzumachen.

Dass wir am nächsten Tag sehr lange auf den Jeep warten müssen, der uns dann für die Tour auf dem See mitnimmt, dieser überbesetzt ist und es keine Gummistiefel gibt – was später das laufen auf dem sehr harten Salz fast unmöglich macht – sorgt allerdings nicht für die beste Stimmung. Trotzdem ist der riesige Salzsee, welcher gerade aussieht wie ein Spiegel, da Regenzeit und damit etwas Wasser da ist, beeindruckend. Ein Großteil des Tages wird dann aber doch damit verbracht „lustige“ Fotos zu machen, worauf wir nur bedingt Lust haben… Zudem wurde den restlichen Mitgliedern der Gruppe unterschiedliches versprochen – eine Brasilianerin ist verzweifelt, weil sie einen Bus bekommen muss – das Paar aus Peru möchte gerne den Sonnenuntergang sehen. Und wir sind ob den ganzen Diskussionen etwas müde geworden und wollen ebenfalls nicht Mitten in der Nacht in Potosí ankommen. Außerdem hätten wir uns ein wenig mehr Hintergrund zum Salzabbau hier gewünscht, aber der Fokus liegt leider deutlich auf dem Entertainment.

Schlussendlich fahren wir dann doch vor Sonnenuntergang zurück nach Uyuni und wir suchen uns in Rekordzeit einen Bus, der uns in 3 Stunden nach Potosí bringt. Zum Abendessen gibt es Grillhähnchen von der Straße und Pommes. Ein sehr typisches bolivianisches Essen.