Nach einer langen Busfahrt kommen wir in Armenia an, von wo aus wir noch einmal einen Van nach Salento nehmen müssen. Es ist kurz vor Ostern und damit auch Hauptreisezeit in Kolumbien. Als wir im Dunkeln in Salento ankommen, sind die Straßen und der Hauptplatz voller Menschen. Wir haben jedoch eine Unterkunft etwas außerhalb, weswegen wir uns erst einmal in Taxi organisieren müssen. Und nun kommt der eigentlich herausforderndste Teil der Reise: an der Pforte zu unserer Unterkunft angekommen müssen wir über einen kleinen Trampelpfad mit Kopflampe und Handylicht und all unserem Gepäck noch ca. 20 Minuten bergab durch den Wald.
Endlich bei der Ecolodge von Carlos angekommen, beziehen wir unseren kleine geodätische Kuppel, in dem wir die kommenden 3 Nächte verbringen werden. Carlos hat den Ausbau vor einigen Jahren begonnen und plant für die kommenden Jahr noch großes – dabei achtet er aber streng auf natürlich Baumaterialien und forstete den Wald rund um die kleinen Häuser auf, Strom wird natürlich gewonnen (aus dem normalen Stromnetz – in Kolumbien zu 80% Wasserkraft) und das Wasser wieder aufbereitet.
Wir verabreden und mit Carlos für den nächsten Morgen für eine Tour über sein großes Grundstück, bei dem er uns viel über die Pflanzen und die Prinzipien der Wiederaufforstung erzählt. Danach wandern wir nach Salento, ein schöner Weg, der den Blick auf die grünen Hügel der Umgebung frei gibt. Dort gibt es Mittag und anschließend schlittern wir einen ultimativ matschigen Weg bergab, um uns auf die Suche nach Waserfällen zu machen, die Carlos uns beschrieben hatte. Die Wasserfälle finden wir zwar nicht, aber es ist trotzdem sehr schön und nur die aufziehenden tiefdunklen Regenwolken bewegen uns dazu, umzukehren und wieder den Heimweg anzutreten.
Am nächsten Tag fahren wir zwei oder drei Täler weiter ins Valle del Cocora, um dort die Wachspalmen zu bestaunen, die auch Nationalbaum Kolumbiens sind. Das Tal sieht bizarr aus – auf den Wiesen weiden Rinder, weiter oben am Hang finden sich dann die Wachspalmen und teilweise auch noch sehr lichter Wald. Die Geschichte dazu ist eigentlich eine traurige, denn früher war das Tal gänzlich bewaldet. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein Großteil des Waldes abgeholzt, nur mit dem Holz der Wachspalmen, die bis zu 60 Meter hoch werden, konnte man nichts anfangen, weswegen man sie stehen ließ. Wenn diese sterben, werden keine nachwachsen – sie brauchen den Dschungel. Der Weg ist schmal und eingezäunt und es gibt viele Wanderer, was das Gehen etwas unbequem macht. Ohne zu wissen, was genau das eigentlich ist, beschließen wir zu einem ausgeschilderten Ort bergauf zu wandern, alle anderen Wege sind aufgrund der Regenzeit geschlossen und so auch der Rundweg, den wir eigentlich geplant hatten. Der Weg führt etwa 6-7 mal über einen Fluss und geht dann gut bergauf. Oben angekommen beobachten wir die vielen Kolibris, für die extra Tränken aufgehängt wurden. Nach einem Heißgetränk (ja, es ist wirklich etwas frisch), geht es wieder runter und zurück in den Ort.
Carlos reserviert uns Plätze für den Bus nach Medellín, unsere nächste Station. Leider haben wir zwischendurch eine Panne und müssen an einer Raststätte einige Stunden warten, bis uns ein anderer Bus mitnehmen kann.
























