Almuerzo

Das Mittagessen nimmt in der peruanischen Küche einen wichtigen Platz ein, wichtiger als das Abendessen. Dies führt auch dazu, dass ein Großteil der Restaurants abends geschlossen hat. Mittags gibt es dafür eine Vielfalt an Lokalen, die wechselnde Mittagsmenüs – Entrada, Segundo, Refresco und Postre – für 8 bis 12 Soles (2 bis 3€) anbieten. Wir gewöhnen uns recht schnell daran und finden nahe der Sprachschule ein Restaurant, welches uns direkt am ersten Tag deswegen ins Auge sticht, weil es auch Salat anbietet, was in Peru sonst eher selten ist.

Nachdem wir noch zwei-drei andere Restaurants in der Nähe ausprobiert haben, beschließen wir, dem Restaurant ohne Namen von Tag eins die Treue zu halten. Wir werden dort Caseros, Stammgäste. Sehr schnell begrüßt und verabschiedet man uns außergewöhnlich freundlich und als wir am letzten Tag unsere Weiterreise verkünden, zeigt der nette Kassierer kurz echte Betroffenheit. Man wünscht sich alles Gute für die Weiterreise und überhaupt das Leben.

Manchmal wird das Mittagessen nicht nur von den TV-Nachrichten (Hauptthemen: die Korruption und das bevorstehende Verfassungs-Referendum) begleitet, sondern ab und an verirren sich auch Musiker ins Restaurant und geben Klassiker zum besten.     

Hier essen wir auch zum ersten Mal Aji de Gallina, ein peruanisches Gericht, welches entfernt dem deutschen Hühnerfrikassee ähnelt. Vor einiger Zeit hatten wir das Essen schon einmal in Berlin gekostet, damals hatte Evelyn es gekocht, allerdings etwas schärfer, als das Original es vorsieht. Natürlich schicken wir Evelyn ein Selfie mit dem Essen.   

Mit Anfang Dezember zieht auch hier die Weihnachtsdeko ein – den Gesichtsausdruck des Santa Claus bekommen wir schon mal ganz gut hin.