Ende Juli geht es nach den neun Monaten auch für mich zurück nach Deutschland. Vorfreude auf Freunde und Familie sowie die eigene Wohnung mischt sich mit Abschiedsschmerz. Bis quasi zum vorletzten Tag bin ich noch mit der Humboldtroute unterwegs, dann geht es – die letzten Kilometer auf dem Motorrad und mit dem Bus – zurück nach Cartagena, wo mir noch ein Tag und zwei Nächte bleiben. Ich gehe noch einmal surfen, esse ein letztes Mal von dem wundervoll gekochten Essen von Señora Joheida in der Casa Cultural und gehe Abends noch mit den Kollegen ein Bier trinken. Meinen Rucksack packe ich natürlich auch und dabei nutze ich gleich die Gelegenheit, mich von einigen Sachen gleich ganz zu verabschieden.
Nach einem Zwischenstop von 8 Stunden in Bogotá geht es dann direkt nach München. Mit dem älteren, kolumbianischem Ehepaar die im Flieger neben mir sitzen und nun in Deutschland ihre Tochter besuchen wollen, freunde ich mich schnell an. In München geht dann alles erstaunlich reibungslos und genau darauf hatte ich gesetzt, denn ein Zugticket für den letzten Zug nach Berlin hatte ich mir trotz der knappen Zeit zwischen Landung und Abfahrt schon vorher gekauft. Ich habe Glück und am Bahnhof in München sogar noch Zeit, mich mit Proviant, Zeitung und einem Bier einzudecken. Dank der Zeitumstellung fühlt es sich für mich an, als wäre es mitten am Tag, als ich kurz vor halb 2 Uhr Nacht endlich am Südkreuz ankomme. Und ja, es ist unglaublich ungewohnt, plötzlich fast nur noch Deutsch um sich herum zu hören.
