An einem Samstag mache ich mit Nadine (meine Nachfolgerin bei der FES), Isabel und ihrem Mann auf nach Tiwanaku, ca. 15km vor dem Titicacasee. Isabel habe ich bei dem Workshop der Gewerkschafterinnen in Tarija kennengelernt und wir haben uns damals auch über Tiwanaku unterhalten. Da ihr Mann sich dort sehr gut auskennt, hatte sie angeboten, dort gemeinsam hin zu fahren. Isabel und Don fahren in einem großen blauem Pick-up vor und es geht erst einmal durch den La Pazer Stadtverkehr und hoch nach El Alto über das Altiplano. Ca. 1,5 Stunden später sind wir da.
Tiwanaku ist eine Ausgrabungsstätte, die zu einem großen Teil noch nicht erforscht ist, nur rund 5% sind bislang überhaupt ausgegraben und untersucht. Dabei ist die Tiwanaku-Kultur um einiges älter und von längerer Dauer, als beispielsweise die Inka. Erst seit 2000 gehört der Ort auch zum UNESCO Weltkulturerbe.
Man nimmt an, das Tiwanaku das religiöse und administrative Zentrum von ca. 1500 v. Chr. bis ca. 1200 nach Chr. war, mit einem Höhepunkt zwischen 600-900 n. Chr.. Warum die Kultur dann verschwand, weiß man nicht genau. Sicher ist jedoch, dass sie durchaus hoch entwickelt waren, es gibt verschiedene Tempelanlagen und die Art und Weise, wie die Mauern gebaut wurden, lassen darauf schließen.
Alte Relikte, die sich finden lassen, wie beispielsweise Schmuck und Keramik Gegenstände, weisen zudem darauf hin, dass die Kultur auch schon zu dieser frühen Zeit einen regen Austausch mit anderen Teilen des Landes gehabt haben muss, so finden sich bspw. Darstellungen tropischer Tiere auf zeremoniellen Krügen.
Die Spanier nutzen das seinerzeit bereits verlassene Tiwanaku hauptsächlich als Steinbruch und errichtete in der Nähe und sogar Sucre Kirchen aus den Steinen, die sie in Tiwanaku fanden. Auf vielen der Statuen in Tiwanaku finden sich dann auch Kreuze, eingeritzt von den Spaniern, um den Ort zu „christianisieren“.
Ein sehr schöner Tag und Isabel und Don freuen sich sichtbar, ihr Wissen mit uns teilen zu können. Am Ende sind wir uns einig: Der Hype um die Inkas liegt hauptsächlich an dem guten Marketing und Macchu Picchu.






























